KI im Finanzwesen: Wer trägt die Verantwortung?
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Was Führungskräfte im Finanzwesen über KI und Verantwortung wissen müssen
Künstliche Intelligenz rückt immer stärker in den Fokus der Finanztechnologie. Von Kontenabstimmungen und Anomalieerkennung über die Erstellung von Buchungssätzen bis hin zum Monatsabschluss verspricht KI, Finanzteams dabei zu unterstützen, schneller und effizienter zu arbeiten.
Doch bei aller Begeisterung für Automatisierung übersehen viele Unternehmen eine entscheidende Tatsache: KI verändert zwar, wer die Arbeit ausführt, nicht aber, wer für das Ergebnis verantwortlich bleibt.
Im Finanzwesen verschwindet diese Verantwortung nicht, nur weil KI in einen Prozess eingebunden wird. CFOs, Controller und Chief Accounting Officers bleiben für die Richtigkeit der Finanzberichterstattung, die Wirksamkeit des internen Kontrollsystems (IKS) und die Fähigkeit verantwortlich, ausgewiesene Ergebnisse im Rahmen einer Prüfung zu belegen.
Wie unser aktuelles Whitepaper erläutert: „Ein weit verbreitetes Missverständnis bei der Einführung von KI besteht in der Annahme, dass sich mit der Automatisierung auch die Verantwortung verlagert.“
Tatsächlich hat sich die Verantwortung nicht verändert – die Anforderungen an sie sind gestiegen.
Verantwortung als Grundlage verlässlicher Finanzprozesse
Das Finanzwesen unterliegt anderen Maßstäben als die meisten anderen Unternehmensbereiche. Während in anderen Abteilungen Geschwindigkeit, Experimentierfreude oder Effizienz im Vordergrund stehen können, ist im Finanzwesen vor allem Vertrauen entscheidend. Zahlen müssen korrekt sein. Prozesse müssen kontrolliert ablaufen. Ergebnisse müssen der Prüfung durch Wirtschaftsprüfer, Aufsichtsbehörden, Führungskräfte und Stakeholder standhalten.
Diese Erwartungen ändern sich nicht dadurch, dass KI zum Einsatz kommt.
Regulatorische Rahmenbedingungen wie SOX verlangen weiterhin, dass Führungskräfte Verantwortung für die Finanzberichterstattung und die internen Kontrollen übernehmen. Prüfungsanforderungen setzen weiterhin vollständige, korrekte und nachvollziehbare Nachweise voraus. Finanzergebnisse müssen weiterhin belegt, validiert und vertretbar sein.
Tatsächlich steigen diese Anforderungen durch den Einsatz von KI.
Wie im Whitepaper festgestellt wird: „Die Einführung von KI lockert diese Anforderungen nicht – sie erhöht die Komplexität ihrer Erfüllung.“
Warum? Weil Finanzteams nun nicht nur das Ergebnis erklären müssen, sondern auch, wie es zustande gekommen ist.
KI-Ergebnisse müssen erklärbar und nachvollziehbar sein
Früher konnte die Person, die eine Abstimmung, einen Buchungssatz oder eine Abweichungsanalyse durchgeführt hatte, die zugrunde liegende Logik erläutern, wenn Fragen aufkamen. Sie konnte die verwendeten Daten durchgehen, ihren Entscheidungsprozess erklären und die erforderliche Dokumentation vorlegen.
KI verändert den Workflow – aber nicht die Erwartungen.
Wenn KI ein Ergebnis generiert, bleiben Führungskräfte im Finanzwesen für dessen Erklärung verantwortlich. Wirtschaftsprüfer erwarten weiterhin Nachweise. Aufsichtsbehörden erwarten weiterhin Nachvollziehbarkeit. Und Führungskräfte müssen den Zahlen, auf deren Grundlage sie Entscheidungen treffen, weiterhin vertrauen können.
Genau hier stoßen viele Unternehmen bei ihren KI-Initiativen auf Schwierigkeiten. Die Technologie kann zwar schnell Ergebnisse liefern, doch Geschwindigkeit allein reicht in der Finanzberichterstattung nicht aus.
Wie es in unserem Whitepaper heißt:
„Eine Zahl, die sich nicht erklären lässt, kann nicht verteidigt werden.“
„Ein Prozess, der sich nicht nachverfolgen lässt, lässt sich nicht prüfen.“
Diese Prinzipien sind nicht neu. Neu ist jedoch die Notwendigkeit, sie auch auf KI-generierte Ergebnisse anzuwenden.
Unternehmen müssen nicht nur nachweisen können, welches Ergebnis erzeugt wurde, sondern auch, wie es zustande gekommen ist. Dazu müssen sie die verwendeten Daten, die angewandte Logik und die einzelnen Schritte nachvollziehen können, die zu einem Ergebnis geführt haben. Ohne diese Transparenz schwindet das Vertrauen in das Ergebnis schnell.
Für Führungskräfte im Finanzwesen entsteht dadurch ein neuer Maßstab für die Bewertung von KI. Die Frage ist nicht mehr nur, ob ein Tool Arbeit automatisieren kann. Entscheidend ist, ob das Unternehmen den erzeugten Ergebnissen vertrauen, sie validieren und im Prüfungsfall belegen kann.
Drei Voraussetzungen für den Einsatz von KI in der Finanzberichterstattung
Damit KI den hohen Anforderungen an die Verantwortlichkeit im Finanzwesen gerecht wird, müssen KI-generierte Ergebnisse drei wesentliche Voraussetzungen erfüllen:

Erklärbar
Finanzteams müssen nachvollziehen können, warum ein bestimmtes Ergebnis generiert wurde. Ob die KI einen Buchungssatz vorschlägt, eine Ausnahme identifiziert oder auf ein potenzielles Risiko hinweist – die Begründung für das Ergebnis muss transparent und verständlich sein.
Nachvollziehbar
Jeder Schritt im Prozess muss nachvollziehbar sein. Unternehmen benötigen vollständige Transparenz über die verwendeten Daten, die durchgeführten Maßnahmen und die getroffenen Entscheidungen im gesamten Workflow. Fragt ein Prüfer, wie ein Ergebnis zustande gekommen ist, muss darauf eine klare Antwort möglich sein.
Überprüfbar
Menschliche Kontrolle bleibt unerlässlich. KI kann die Ausführung beschleunigen, doch die Entscheidungsverantwortung geht nicht auf die Technologie über. Ergebnisse müssen innerhalb etablierter Workflows geprüft, validiert und freigegeben werden, bevor sie in die Finanzberichterstattung einfließen.
Diese Fähigkeiten stellen sicher, dass KI innerhalb desselben Kontrollumfelds eingesetzt wird, auf das sich Finanzteams bereits verlassen. Sie schaffen die Grundlage dafür, dass Ergebnisse validiert, hinterfragt, freigegeben und bei Bedarf belegt werden können.
Ohne diese Eigenschaften kann KI zwar die Effizienz steigern, aber nicht die Anforderungen an Verantwortlichkeit erfüllen, die für die Finanzberichterstattung gelten.
Die Verantwortung bleibt beim Menschen
KI hat das Potenzial, Finanzprozesse grundlegend zu verändern. Sie kann manuellen Aufwand reduzieren, Workflows beschleunigen und Teams mehr Zeit für Analysen und Entscheidungsfindung verschaffen.
Was sie jedoch nicht kann: die Verantwortung für finanzielle Ergebnisse übernehmen.
Diese Verantwortung bleibt bei den Führungskräften.
Bei der erfolgreichen Skalierung von KI wird deshalb nicht entscheidend sein, wie viele Prozesse ein Unternehmen automatisiert. Entscheidend wird sein, dass jedes KI-gestützte Ergebnis erklärbar, nachvollziehbar und überprüfbar bleibt.
Denn Vertrauen im Finanzwesen basiert nicht allein auf Geschwindigkeit, sondern auf Verantwortung
